MZ, Freitag 16. Oktober 2001 Die Stimmung barocker Musiksalons Kirche St. Stephani in Dröbel wird wieder genutzt - Kantaten
von Vivaldi, Telemann und Händel Bernburg/MZ/je. Die Dröbeler Kirche ist zwar nicht die
älteste der Stadt Bernburg, aber besonders für Konzerte geeignet,
da sie über eine sehr gute Akustik verfügt und auch von der
Innenausstattung einen passenden Rahmen für kammermusikalische
Veranstaltungen bietet. So war es sehr zu begrüßen, dass sich die zuständigen
Institutionen von Kirche und Kommune mit Hilfe weiterer Sponsoren
um den Erhalt dieser Kirche bemühten und sie aus dem mehrjährigen
"Dornröschenschlaf" im wahren Sinne des Begriffes erweckten. Wenn
auch die Innen- und Außenrenovierung erst zu etwa zwei Dritteln
abgeschlossen ist, konnte trotzdem am Sonntag die Kirche ihrer
Bestimmung als Ort der Andacht und der Kultur wieder übergeben
werden. Das Festkonzert, das von einem sehr großen Publikum besucht
wurde, war der Ära des Barock gewidmet und hierbei wiederum der für
diese Zeit typischen Kompositionsform der Kantaten. Mit Antonio Vivaldi, Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich
Händel kamen Werke von drei Komponisten zum Vortrag, die fast
zeitgleich lebten. Peter Blail hatte in alten Archiven und Antiquariaten gesucht
und da bei ein Stück ans Licht gebracht, das weitgehend unbekannt
ist. Mit der Kunstform der Kantate wurden zwar vorrangig sakrale
Themen wie die Kantate zum 20. Sonntag nach Trinitatis" von
Telemann, aber auch weltliche Unterhaltungsmusik, so die
"Pastorella, vagha bella" von Händel dargestellt. Peter Blail, der
bei diesem Konzert in besonders guter stimmlicher Verfassung war,
und Marita Biermann sangen die vokalen Parts, vorwiegend in
italienischer Sprache, die zu jener Zeit Modesprache war. Für die instrumentale Begleitung sorgten Vera Böhlk mit
Blockflöte und Cello sowie Antje Karls, Violine, und Bettina Saß am
Cembalo. Vera Böhlk hatte dabei die Gelegenheit, mit dem "Concerto
für Sopranblockflöte und Cembalobegleitung" von John Baston die
Schönheit des musikalischen Ausdruckes einer Blockflöte, oftmals
geschmähtes Soloinstrument, vorzutragen. |