MZ, Montag 09. Dezember 2002 Himmlische Geschichten in irdischen Tönen und Versen Bernburger Künstler mit traditionellen, besinnlich-heiteren
Stücken im Advent - Von HERBERT SCHOLZ  Annelie Leuthäuser, Ines Trumpler-Schwitkowski und Kersten Liebold (v.l.) sind die Sänger im diesjährigen Weihnachtsprogramm Bernburger Künstler mit dem Titel «Leise rieselt der Schnee». Quelle: mz
Foto: K. Friedrich Bernburg/MZ. Kurz vor der Pause singen Annelie
Leuthäuser, Ines Trumpler-Schwitkowski und Kersten Liebold von den
"heiligen drei Königen mit ihrem Stern". Ganz fröhlich-beschwingt
kommt zum Ausdruck, dass diese legendären Gestalten auch nur
Menschen waren, gern aßen und tranken, zuweilen über die Stränge
schlugen. Kein Zuhörer im voll besetzten Saal des Metropol empfindet dies
zu respektlos. Im Gegenteil, so werden die himmlischen
Geschichten, die sich um die Geburt von Jesu Christi ranken,
wesentlich plastischer näher gebracht, gewissermaßen mit irdischen
Tönen und Versen in Szene gesetzt. Zweimal ausverkauft Heiteres und Besinnliches liegen wie in den Vorjahren auch 2002
wieder dicht beieinander im traditionellen Programm der Bernburger
Künstler, das gestern Nachmittag bereits zum zweiten Mal aufgeführt
wurde, wieder wie am Vorabend in ausverkauftem Haus. Das Weihnachtsprogramm trägt in diesem Jahr den Titel "Leise
rieselt der Schnee" und wird noch mitgestaltet von Vera Böhlk,
Violincello, Klaus Hofmann, Klavier, sowie Wolfgang Löffler, der
den zwei vergnüglichen Stunden die Würze des gesprochenen Wortes
gibt. Wolfgang Löffler wählte für seine Rezitationen Gedichte und
Geschichtchen solch bekannter Autoren wie Eichendorff. Kästner.
Hesse oder Storm, aber auch weniger bekannter Verfasser aus. Zu
letzteren gehören beispielsweise Heinrich Waggerl mit der
Geschichte vom störrischen Esel und der süßen Distel oder Achim
Bröger, der den Hund Flocki "seltsame Männer", nämlich
Weihnachtsmänner, erleben und verscheuchen lässt. Die Sänger und Instrumentalisten bieten in ebenfalls gewohnt
guter Interpretation neben Volksweisen noch ausgewählte
Kompositionen von Cornelius, Lüdecke, Schumann oder Wolf.
Emotionale Höhepunkte sind unumstritten die Weise "The little
drummer boy" im ersten Teil und im Teil nach der Pause die
"Träumerei" von Robert Schumann, bei der Vera Böhlk und Klaus
Hofmann ihr Können voll entfalten. Das Finale bringt zunächst "Stille Nacht" und ebenfalls
traditionell den "Abendsegen" aus der beliebten und gerade in
Bernburg oft gespielten Oper "Hänsel und Gretel" von Engelbert
Humperdinck. Nach dem gemeinsamen Gesang von "0, du fröhliche"
drückt sich der Dank des Publikums in langem Beifall und bunten
Blumensträußen aus. Weitere Vorstellungen des Weihnachtsprogramms sind im Metropol
am 11. Dezember um 15 Uhr, am 12. Dezember um 15 und 19.30 Uhr
sowie am 15. und 17. Dezember jeweils um 15 Uhr. |