MZ-Artikel DTKV Mitgliedsversammlung Bernburg 17.01.2004 Künstler ohne Aufträge Landesverband tagt Bernburg/MZ/cs. Am Sonnabend trafen sich die Mitglieder der Landesorganisation des Deutschen Tonkünstlerverbandes in den Räumen der Kulturstiftung im Schloss Bernburg. Neben den Vorstandswahlen ging es vor allem um die aktuelle Arbeit des 38 Mitglieder starken Landesverbandes. Als Vorsitzende des Fördervereins "Freunde der Tonkunst in Sachsen-Anhalt e.V." war die SPD-Landtagsabgeordnete Rita Mittendorf (SPD) Gast der Zusammenkunft. Die Aufgabe ihres Vereins ist es, Geld zu sammeln, um den Landesverband der Tonkünstler auch finanziell zu unterstützen. "Wer Geld einsammeln will, muss parteiübergreifend arbeiten", so Mittendorf. Sie appellierte an die Musiker, auf die Politik zuzugehen. Dabei gehe es unter anderem darum, das Interesse für die Musiker und Komponisten bei den politisch Verantwortlichen zu wecken. Die Komponisten der Gegenwart würden zuweilen vom gewichtigen Erbe Bachs, Händels und Telemanns erdrückt. Aber auch sie müssten bei aller Wichtigkeit der Traditionspflege mit ihren Arbeiten in Sachsen-Anhalt eine Chance erhalten, so die Landesvorsitzende Dr. Sigrid Hansen. Vor allem fehle es den in Sachsen-Anhalt arbeitenden Komponisten an Aufträgen.. So habe es selbst für die Einweihung der neuen Händel-Halle keinen Kompositionsauftrag gegeben, kritisiert Frau Hansen. "Politischen Entscheidungsträgern fehlt oft der kulturelle Weitblick", sieht Frau Mittendorf einen Grund für die fehlende Lobby. Die 1847 gegründete Vereinigung der Tonkünstler vertritt als ältester und größter Berufsverband bundesweit die Interessen von rund 7 000 Interpreten, Komponisten und Musikpädagogen. Und so war in Bernburg auch Arbeit der freischaffenden Tonkünstler ein Thema. Die Bernburger Musikpädagogin Vera Böhlk berichtete über ihre Erfahrungen auf dem Weg in die Selbstständigkeit. |