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Kügelgen: "Der wunderlichste Heilige"

Vortrag im Thronsaal: Zum 200. Geburtstag von Alexander Carl, dem letzten Herzog von Anhalt-Bernburg

Von unserem Redakteur Raimund Leonhardt

Carl liebte Musik und komponierte: Joachim Grossert vom Verein für Anhaltische Landeskunde (r.) im Gespräch mit Hörern des Vortrags.

Quelle: mz Foto: E. Pülicher

Bernburg/MZ. Wer war Alexander Carl? Eine Frage, auf die Joachim Grossert am Mittwoch Abend im Thronsaal des Schlosses Antworten hatte. Die gemeinsame Veranstaltung von Kulturstiftung und dem Verein für Anhaltische Landeskunde, dessen Mitglied Grossert ist, stieß auf reges Interesse. Musikalisch eröffneten die Geschwister Patricia und Sven Koken aus Peißen mit Klaviermusik den Abend.

Der Vortrag fand auf den Tag genau am 200. Geburtstag des Herzogs statt. Alexander Carl erblickte am 2. März 1805 das Licht der Welt.

"Der Herzog ist überhaupt der wunderlichste Heilige, der je existiert hat." Wilhelm von Kügelgen Freund, 1852

Grossert, der in Vertretung von Stefan Paproth agierte, gliederte sehr übersichtlich und wusste einiges an Anekdoten über den wunderlichen und von Geheimnissen umwehten "Geisterhörer" einzustreuen.

Herzog Alexander Carl, Ölgemälde von Kügelgen: Mit dem Herzog, der durch aus nicht in die naturgeschichtliche Kategorie paßt, zu der ihn der Bau seines Körpers berechtigt, kam ich augenblicklich in sehr unangenehme Kollisionen, schrieb der Maler 1835 in sein Tagebuch. Wegen seiner Grobheiten wollte er dem Herzog gar kündigen.

Quelle: mz Foto: E. Pülicher

Alexander Carl war einer, der auch im Mannesalter wie ein Kind sein konnte: "Neu ist, dass beim Herzog jetzt jeden Abend Schwarzer Peter gespielt wird. Alle Abende! Das ist nicht leicht" stöhnte Wilhelm von Kügelgen, Porträtmaler, Kammerherr und Freund des Herzogs.

Die beiden kannten sich schon als Heranwachsende, ritten auf des Prinzen Ziegenböcken über den Schlosshof, sahen nach dem Fuchs Rössel, der "gewaltig stank". Kügelgen, aus dessen "Jugenderinnerungen eines alten Mannes" Grossert gern zitierte, schilderte den jungen Prinzen als wohlgebildet und zart. Alexander Carl zeichnete und malte, begeisterte sich für Musik, komponierte und dichtete. "Der Herzog ist überhaupt der wunderlichste Heilige, der je existiert hat." charakterisierte ihn Kügelgen später liebevoll.

Mit zunehmendem Alter trat die "Geisteskrankheit" des Herzogs immer mehr zutage: Seine Gemütszustände wechselten häufig und schnell. War er im Moment noch höflich und freundlich, konnte er kurz darauf bereits mit Stühlen werfen, um im Anschluss in eine tiefe Lethargie zu verfallen. Die moderne Psychiatrie spricht von einer hebephrenen Schizophrenie, bei der die affektiven Veränderungen im Vordergrund stehen.

Grossert schilderte einen hilflosen und kranken, doch aber auch sympathischen und faszinierenden Menschen Alexander Carl, der seine letzten Lebensjahre still, zurückgezogen und überwiegend zufrieden im abgeschiedenen Schloss Hoym verbrachte.

1863, mit dem Tod des psychisch kranken, geistig umnachteten Herzogs, dessen Ehe kinderlos blieb, endete die Linie des Bernburger Herrschaftshauses.

BIOGRAFISCHES Alexander Carl

2. März 1805: Alexander Carl wird als zweites Kind von Herzog Alexius Friedrich Christian und Friederike von Hessen-Kassel in Ballenstedt geboren. 1817 lässt sich der Herzog von seiner Frau scheiden. Die Mutter Alexander Carls litt später an einer Geisteskrankheit.

1832: Alexius installiert einen "Geheimen Konferenzrat", der nach seinem Tod die Regierungsgeschäfte übernehmen soll. Alexander Carl wird auf Grund seiner psychischen Krankheit als nicht regierungsfähig eingeschätzt.

3. Mai 1834: Alexander Carl wird trotzdem Herzog von Anhalt-Bernburg, unterschreibt aber nur die vom Konferenzrat ausgearbeiteten Gesetze. Er nimmt aber auch offizielle Funktionen als Regent wahr.

30. Oktober 1834: Alexander Carl heiratet Prinzessin Friederike von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.

20. November 1855: A. C. wird im Schloss Hoym untergebracht.

19. August 1863: Der Herzog stirbt in Hoym an Tuberkulose.

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zu diesem Thema

Musikalische Gestaltung, Vortrag zum 200. Geburtstag Alexander Carl