MZ-Artikel Kunst und Kultupreis 2006 vom 06.11.2006 Eigene kulturelle Duftmarken gesetzt Marianne Wiebrecht und Ottomar Träger mit Kunst- und Kulturpreis der Stadt Bernburg ausgezeichnet Von unserem Redakteur Paul Spengler
 Ottomar Träger (I.) und Marianne Wiebrecht sind für ihr Lebenswerk mit dem städtischen Kunst- und Kulturpreis 2006 ausgezeichnet worden. Gestern war die Verleihung im Ratssaal. Quelle: MZ
Foto: E. Pülicher Bernburg/MZ. Herbstlich gefärbtes Weinlaub schimmert durch die Fenster in den Saal des Bemburger Rathauses. Pianist Olaf Böhlk improvisiert auf dem Klavier, bis sich der Saal allmählich füllt. Die Stadt Bernburg fand gestern Morgen einen würdigen Rahmen, um die beiden Preisträger des Kunst- und Kulturpreises auszuzeichnen. Marianne Wiebrecht und Ottomar Träger haben ihre eigenen kulturellen Duftmarken in Bernburg hinterlassen. Sie haben auf unterschiedliche Weise dazu beigetragen, dass kulturelle Veranstaltungen in der Saalestadt überhaupt ihren Platz gefunden haben. Dies machten die beiden Laudatoren deutlich. Ottomar Träger, der am 21. November seinen 79. Geburtstag feiert, hat seit den 1950er Jahren das Museum im Bernburger Schloss mit Leben erfüllt. "Träger gehört als Regional- und Heimatforscher an die Seite des unvergessenen Franz Stieler", erklärte Jürgen Weigelt, der Ende 1992 die Leitung des Hauses übernommen hatte. Ottomar Träger sei es gelungen, das Museum aus der Provinzialität heraus zu führen. In den Jahren von 1952 bis 1992 habe er rund 300 Ausstellungen organisiert. "Dabei nimmt der Maler Heinz Steffens einen herausragenden Platz ein", erklärte der heutige Landtagabgeordnete. "40 Jahre waren nicht nur eine Leidenszeit, sie waren auch eine Zeit der Freude und des Gewinns", bedankte sich Träger in seiner bedächtigen Antwort, nachdem er sich in das Goldene Buch der Stadt eingetragen hatte. Diese Ehre wurde auch Marianne Wiebrecht zuteil. Die Laudatio auf die mittlerweile 80-jährige Dame mit den schlohweißen Haaren hielt Professor Wolfgang Damisch. Mit ihm verbinden sich gemeinsame Zeiten im Kulturbund und in der Redaktion der "Bernburger Heimatblätter". "Als alles Kulturelle so teuer wurde, wollten wir uns nicht abschneiden lassen", zitierte Damisch eine Aussage seiner Weggefährtin. Als Rezitatorin und Leiterin des Literaturcafes habe Marianne Wiebrecht anderen stets die Schönheit der deutschen Sprache nahe gebracht, erklärte Damisch. Dabei sei es ihr immer gelungen, Erbauliches, Erfundenes und Erfreuliches miteinander zu verknüpfen. Marianne Wiebrecht bedankte sich - sichtlich gerührt - für die Anerkennung durch die Stadt Bernburg. |